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Das Verb im Hebräischen

Wie im hebräischen Nomen besteht auch das Verb aus drei Konsonanten, die zusammen die Wurzel bilden. Daher werden sie Wurzelkonsonanten oder Radikale genannt. Die Wurzel ist das Gerüst. Es gibt aber auch Verben mit zwei Radikalen oder solche zweiradikalige Verben , die einen verdoppelten zweiten Radikal aufweisen. Ein anderer Ausdruck für zweiradikalige Verben ist „hohle Wurzel“.
Das hebräische Verb zeigt seine Beugung (Flexion) in seinem Konsonantenbestand und nicht in seinen Vokalbestand. Mit der Beugung kann erschlossen werden, um welche Art es sich beim Wort handelt.
Zusätzlich zu der Wurzel kommen noch Vokale oder Konsonanten dazu, die den Verbstamm bilden. Man spricht von Stammesmodifikationen oder Stämmen. Diese Variation oder Erweiterung der Form bzw. der Morphologie sind Modifikationen, wie z.B. im Deutschen „fallen-fällen“. Dabei gibt es vier hauptsächliche Stammesmodifikationen.
In Wörterbüchern werden Verben mit drei Radikalen und Verben mit zwei Radikalen, bei denen das zweite Radikal verdoppelt ist, in der 3. Person Maskulin Singular Afformativkonjugation QAL angegeben (Nennform). Verben mit zwei Radikalen, bei denen der zweite Radikal nicht verdoppelt wird, stehen in der Nennform Infinitiv Construktus QAL.
Zweiradikale Verben fallen oft auch durch einen langen mittlere Vokal auf: (PK=Präformativkonjugation)

FormPK-Vokal uPK-Vokal i
PK 3.m.s. qalיָקוּםיָשִׁיר
Nennform (Inf.csr.)=Impt.m.s.קוּםשִׁיר

Inhaltsverzeichnis

Überblick zu den vier Stämmen

Es kommen nur wenige Verben in allen vier Stämmen vor.

Grundstamm

In Lexikoneinträgen wird der Grundstamm verwendet.
Weitere Bezeichnung: G-Stamm oder qal (קַל oder פעל)

Faktitiv-Intensivstamm

Kausativstamm

Tolerativstamm

Beispiele mit einem Deutschen Wort

Der feste Bund mit dem Thron Davids kann von niemandem aufgehoben werden, als nur von Gott. Das ist so sicher wie der Bund mit dem Tag und der Nacht (Vgl. der vierte Schöpfungstag Gen 1,14-19), der von niemandem gebrochen werden kann, als nur durch Gott selbst (vgl. Hiob 9,7; Jos 10,12-15; 2Kö 20,9-11). Nur der Schöpfer selbst wird am Ende der Tage alles zusammenrollen wie ein Gewand (Vgl. Ps 110,26-28 und Heb 1,10-12). Ein Zeugnis, das Jeremia gesagt wurde, Jeremia, der die Wegführung Judas voraussagen musste. Der Sohn Davids, mit dem der Thron auf ewig besteht, ist der Herr Jesus (Vgl. Mat 1,1; 20,31;21,9;21,15;22,45 aber auch Apg 13,15-41, worin Paulus uns das erklärt, ermahnt und aufzeigt).

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Bezeichnungen

Grundstamm

Die Bezeichnungen der Verbformen werden abgleitet durch das Wort קַל (qal), was „leicht, gering, unauffällig“ bedeutet. Dieser Grundstamm hat keine besonderen Merkmale. QATAL steht für Perfekt, YIQTOL für Imperfekt, QOTEL für Partizip Aktiv, QATUL für Partizip Passiv etc.

Restliche Stämme

Abgesehen vom Grundstamm werden alle Stämme durch das Verb פעל bezeichnet, was „tun, machen“ bedeutet. Leider ist der mittlere Radikal einer, der sich nicht verdoppeln lässt, weil er ein Gutturallaut ist, was aber, um den D-Stamm darzustellen, notwendig wäre. Als hebräische Stammbeizeichnung (Nennform) wird jeweils die 3. Person Maskulin Singular Afformativkonjugation verwendet.

Partizip

Partizipien des Faktitiv-Intensivstammes und des Kausativstammes sind an ihren mit מ gebildeten Silbe zu erkennen (Präfigierung).
Das Partizip passiv im Grundstamm Maskulin Singular lautet bei דרשׁ(fragen, suchen, forschen) = דּרוּשׁ, das aktive als Verba ל''ה z.B. עֹשִׂים עֹשָׂה.
Ein hebräisches Partizip kann nicht immer so übersetzt werden, dass es im Deutschen auch wieder ein Partizip ist, da in der deutschen Sprache das Ptz. sehr viel weniger Verwendung findet. Das Ptz. pass. enspricht in etwa dem deutschen Ptz. II.
Das feminine Partizip kann auf zweierelei Weisen gebildet werden. Mit der Endung -a עֹמְדָה oder -t עֹמֶדֶת (der Doppelkonsonant wird wie ein Segolat aufgelöst). Die Betonung ist ganz unterschiedlich: Tonaufnahme Partizip Femininendung
Das Partizip in der Afformativkonjugationvokalisierung e(i) und o(u) im Maskulin Plural Qal stimmt mit der Afformativkonjugation 3. Person Maskulin Singular Qal überein. Zum Beispiel kann יָרֵא "er fürchtet(e)" als 3.m.s. AK oder "einer, der fürchtet" als Partizip bedeuten.
Hebräische Partizipien können sowohl verbal (mit Akkusativobjekt דְבוֹרָה שֹׁפְטָה אֶת יִשְׂרָאֵל vgl. Ri 4,4) als auch nominal (mit Genitivattribut לְעֹשֵׂה הַשָּׁמַיִם ... אֹשִׁיר לַיהוָה vgl. Ps 136) verwendet werden.

Infinitivus absolutus

Der infinitivus absolutus gewichtet oft das finite Verb und verleiht im so mehr Nachdruck. In seiner Form erhält der Inf. abs. keine Suffixe und oft auch keine Präpositionen. Damit ist der Inf. abs. unveränderlich.
הָלוֹךְ ist der Inf. abs. zu הלך.
Übersetzt wird das Wort im Inf. abs. oft mit "gewiß": Gewiß(הָלוֹךְ) werde ich mit dir gehen(אֵלֵךְ)."

Infinitivus constructus

Der infinitivus constructus entspricht weitgehend dem Deutschen Infinitiv. Häufig schließt sich der Inf. con. an die Präposition לְ. Dadurch ist der Inf. con. einem finiten Verb untergeordnet und gibt die Richtung, Finalität, Modalität etc. an (häufig "um zu ...").
Wird vor den Inf. con. eine Präposition כְּ oder בְּ angefügt, so wird die Gleichzeitigkeit zwischen dem Geschehnis im Infinitiv und dem Geschehnis, das übergeordnet ist, ausgedrückt.

Flexionsschema

In den nachfolgenden Tabellen stehen die drei schwarzen Aleph (אאא) für jeden beliebigen Konsonant einer Wurzel.
Die Tabellen sollen bei der Segmentierung helfen.
Das hebräische Verb kann in drei Bereiche flektiert werden:

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Imperativ

Ohne besonderes Bildeelement und nur in der 2. Person

SingularPlural
Maskulinאאאאֱמֹר זְכֹראאאוּאִמְרוּ זִכְרוּ
Femininאאאִיאִמְרִי זִכְרִיאאאנָהאֱמֹרְנָה זְכֹרְנָה

Besonders auffällig ist, dass der Imperativ ohne das erste Radikal gebildet wird. Man spricht in diesen Fällen von einer Aphärese (Wegfallen eines Lautes oder Silbe am Wortanfang).
Beginnt das Verb mit einem Gutturallaut wie ע,ח,ה oder א , so wird die Vokalisierung angepasst, da anstelle eines Schwa-mobile ein Schwa-combositum zum Zuge kommt (siehe auch unter "das Schwa" nach).

Präformativkonjugationen

Das Bildeelement ist vor der Verbalwurzel, kurz PK.
Es werden mit der Prädikativkonjugation Vorgänge, die andauern, die sich wiederholen, die in irgend einer Weise ausstehen, beschrieben. Für die ausstehende Vorgänge ist die Jussiv-Funktion einzuordnen. Diese sind die herbeigewünschten Vorgänge, die ausstehend sind.
Die Prädikativkonjugation hat u.a. eine auffordernde Funktion ("Jussiv"). Wenn im Kontext der Imperativ dominiert, ist sie als Jussiv aufzufassen.

SingularPlural
3.m.יאאאיאאאוּ
3.f.תאאאתאאאנָה
2.m.תאאאתאאאוּ
2.f.תאאאִיתאאאנָה
1.אאאאנאאא

Die Prädikativkonjugation im Grundstamm Qal kann verschieden vokalisiert sein.
Einige Beispiele 3.m.s und 3.m.s.narr:

PK-Vokal aPK-Vokal i→ePK-Vokal u→o
יִשְׂמַחוַיֵּלֶךְ / יֵלֵךְ
i fehlt beim normalen 3-radikaligen, dem starken Verb (siehe schwache Verben)
יִזְכֹּר
וַיֵּרֶד / יֵרֵד

3.m.s. indikativ3.m.s jussiv3.m.s. *narrativ
יַזְעִיקיַזְעֵֵקוַיַּזְעֵק

*Im Hebräischen werden Narrative durch den Aufbau וַ mit der Präformativkonjugation (PK) gebildet. Dabei weist der Präformativkonsonant ein Dagesch forte auf (wenn der Konsonant mit einem Schwa auftritt, so wird häufig entdoppelt, darum darf man sich auch nicht zu sehr auf das Dagesch forte, als Erkennungsmerkmal verlassen). Diese Narrative stehen immer am Satzanfang. Die Satzglieder sind dabei im Normalfall in der Reihenfolge Prädikat - Subjekt - Objekt usw.
Beim Verbalsatz ist das Prädikativ das wichtigste Element, an dem man sich orientieren sollte. Beim Nominalsatz sind Subjekt und Prädikat gleichwertig.
Werden zwischen narrative Texte, also Sätze, die mit einem Prädikat beginnen, durch Nominalsätze unterbrochen, so signalisieren solche zusätzliche Voraussetzungen, Ausgangspunkte, Hintergründe des Erzählten.
Die Unterbrechung der Erzählung findet durch eine Infinitivkonstruktion oder כַּאֲשֶׁר sowie כִּי statt. In vielen Fällen steht als letztes Narrativsignal וַיְהִי vor der Unterbrechung.

Verben, die mit א beginnen, können in PK des qal eine Besonderheit aufweisen, indem das א quiesziert, das heisst, dass es nicht ausgesprochen wird, und nach dem Präformativkonsonanten ein langes unveränderliches o steht. Vgl. hierzu auch unter der Rubrik Betonungen ähnliches.

Afformativkonjugationen

Ursprünglich war die Afformativkonjugation dazu da, um z.B. Aussagen über Zustände, Eigenschaften etc. zu vermitteln (Deskription). Damit entspricht die Funktionsweise derer der Nominalsätze, so auch in anderen semitsichen Sprachen. Doch kommen mit der Zeit immer wie mehr Funktionen hinzu, die von der Präformativkonjugation übernommen werden. Deshalb muss die Funktion einer Verbalform über den Kontext bestimmt werden.
Die Afformativkonjugation hat einen konstatierenden Charakter. Sie stellt Tatsachen fest.
Im Gespräch (Narrativ) kann die AK einen fertigen Vorgang, Sachverhalt oder Zustand signalisieren.

Das Bildeelement ist nach der Verbalwurzel, kurz AK.

SingularPlural
3.m.אאאאאאוּ
3.f.אאאָת---
2.m.אאאתָאאאתֶם
2.f.אאאתְאאאתֶן
1.אאאתִיאאאנוּ

Die Afformativkonjugation im Grundstamm QAL kann verschieden vokalsiert werden.
Einige Beispiele:

AK-Vokal aAK-Vokal i→eAK-Vokal u→o
fientischen Charakter
(Vorgangsverben, meist transitiv)
Zustandsverben
(sie drücken gerne einen Zustand, eine Sinneswahrnehmung oder eine Eigenschaft aus)
זָכַרכָּבֵדקָטֹן
דָּרְַשׁיָרֵא
גָּבַר

Wenn einer AK-Form ein וְ vorangeht, so muss vom Kontext her die Bedeutung erschlossen werden. Sie führen oft einen Imperativ oder eine PK-Form fort. Solche AK-Formen könnte man als AK- consecutiv bezeichnen(die Folge kennzeichnend, angebend). Wird וּמָּֽשַׁכְתָּ mit מָשַׁכְתָּ verglichen, so ist eine Tonverlagerung in der AK-consecutiv-Form gegenüber der normalen AK-Form feststellbar.
Die AK-cons.-Form וְהָיָה hat im Vergleich zur Narrativ-Form וַיְהִי, die erzählerische, berichtend ist, eine hypothetische, noch ausstehende Mitteilungsweise. Vgl. dazu Genesis 12, wo Abram Saraj mitteilt, was passieren wird, wenn sie in Ägypten sein werden: ...וְהָיָה כִּי יִרְאוּ אֹתָךְ

Teileweise beginnen erzählerische Texte (Narrativ) nicht mit dem Prädikat, sondern mit einem Subjekt. Damit kann das Verb nicht im Narrativ stehen, sondern erscheint in der AK-Form. Eine solche Umkehrung der üblichen Wortstellung wird Inversion genannt. Inversionen oder allgemein Verbalsätze mit AK ergeben Unterbrechungen im Erzähltext. Dabei wird das vorangestellte Subjekt besonders betont und so die Aufmerksamkeit auf einen anderen Gegenstand gelenkt. Häufig sind es auch Sätze, die nicht direkt zur Hauptaussage gehören, sondern kausal, temporal etc. ergänzen oder kommentieren (im Deutschen Hypotaxe).

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Das schwache Verb

Als "schwache Verben" werden im Hebräischen solche bezeichnet, die nicht durchgängig drei Radikale in jeder Flexion (Beugung) aufweist. Zum Beispiel עשׂה mit Auslaut oder שִׁיר mit Hirek Jod.
Diese schwachen Verben werden oft mit dem alten Paradigmaverb פעל benannt. Dabei wird das erste Radikal als פ, das zweite als ע und das dritte als ל. Daraus leiten sich die schwachen Verben ab und werden wie folgt benannt:

ParadigmaBsp. VerbBemerkungen
(ל''וי) ל''ה עשׂה
היה
צִוָּה
ה ist im Grunde eine Mater lectionis und kein Konsonant. Der dritte Konsonant als j oder w ist fast durchwegs verschwunden. In der PK-Form ohne Endung ist der vokalische Auslaut /-ä/ יִהְיֶה יְצַוֶּה, in der AK-Form /-a/ צִוָּה הָיָה עָשָׂה. Wird eine Vokalendung an das Zweiradikale-Verb angeschlossen, so kommt diese direkt an das zweite Radikal: עָשׂוּ יִרְאוּ.
ע''וישִׁיר
שׁוּב
פ''וייטב
ורד
Diese Klasse von schwachen Verben fassen die primae Waw - und die primae Jod Verben zusammen, da der Unterschied nur im Hifil sichtbar wird.
Einige Verben, die im Qal mit einem Jod beginnen, wechseln häufig ihre Bildeweise. Einige Beispiele in der PK- und AK-Form aus der Paradigmaklasse פ''י:
3.m.s AK Qal3.m.s PK Qal
יָסַביִיסַב
יָרַדיֵרֵד

Nachfolgend der Unterschied der Klassen, der sich nur im Hifil erschließen lässt:
3.m.s AK Hifil3.m.s PK Hifil
הֵיטִיב /hajtib/יֵיטִיב
הוֹרִיד /hawrid/יוֹרִיד
Werden die Beispiele Qal und Hifil verglichen, zeigt sich, dass im Qal /w/ in /j/ übergeht. Im Hifil AK kommt es zu einer Diphthongierung (aus zwei Vokalen wird ein Laut) /au/ und /ai/ mit einer zusätzlichen Kontraktion (Vereinigung) des Konsonanten. Vgl. auch Mater lectionis.
פ''ננחן Verben, die mit einem נ beginnen, assimiliert נ, wenn das erste Radikal die Silbe schliesst. Ist dieser ein Gutturallaut oder ר, so kommt es zur Ersatzdehnung, mittels Dagesch forte.
Der Imperativ wird unter Aphärese (Wegfall eines Radikals) gebildet. Ein Beispiel: 3.m.s.PK qal: יִתֵּן, Impt.m.s.qal: תֵּן

Es gibt Verben, die können ihren ersten und dritten Radikal verlieren (assimilieren). Ein solches ist נתן. So sieht es aus, wenn es seinen dritten Radikalen verliert und mit dem Pronominalsuffix der 1. Person communis auftritt: נָתַתִּי.

Das Verb לקח assimiliert ל wie auch die Verba פ''נ. Zudem gibt es bei diesem Verb eine Passivbildung im Grundstamm, der mit ֻ qibbuts gebildet wird, wie auch bei einigen anderen Verben.

3.m.s AK qal aktiv3.m.s AK qal passiv
לָקַחלֻקַּח
3.m.s PK qal aktiv3.m.s PK qal passiv
יִקַּחיֻקַּח

Das Bildeelement ה für den Kausativstamm ist in der PK-Form nicht sichtbar, dafür der a-Laut in der PK-Silbe und ein i- oder e-Laut in der Stammsilbe.
Nachfolgend das starke Verb זעק in der PK hiffil Form:

3.m.s. indikativ2.m.s. jussiv3.m.s. narrativ
יַזְעִיקיַזְעֵקוַיַּזְעֵק

Tabellen

Die Bezeichnungen der Verbformen werden abgleitet durch das Wort «töten» (qatal). QATAL steht für Perfekt, YIQTOL für Imperfekt, QOTEL für Partizip Aktiv, QATUL für Partizip Passiv etc.

Das finite Verb

«YIQTOL bzw. WEQATAL» sind Bezeichnungen für eine Handlung in der Zukunft (Futur) und «QATAL bzw. WAYYQTOL» für die Vergangenheit. Die Bezeichnungen Verb Imperfekt und Perfekt sind für das hebräische Verb irreführend, da sie den Aspekt und das Tempus nicht richtig beschreiben. Imperfekt und Perfekt sind im herkömmlichen Tempus Vergangenheit und im Aspekt Imperfektiv und Perfektiv.

Bezeichnung des Verbs Tempus, Aspekt und Funktionen Morphologie in BW für Bsp.1 Beispiel
Aufforderungen von YIQTOL abgeleitet (immer mit Präfix Alef (1P), Taw (2P), Yod (3P) oder Nun 1P im Plural)) Jussiv (Befehlsform zur dritten Person.) ÅÁ@vÌiÌÌs+ÌÌÌÌÌJÁ
(*@v?i??s+?????J*)
‎ (Singular)
Gen 1,3
וַיֹּאמֶר אֱלֹהִים יְהִי אוֹר וַיְהִי־אוֹר׃
Und Gott sprach: Es werde Licht! und es ward Licht.
ÅÁ@vÌiÌÌp+ÌÌÌÌÌJÁ
(*@v?i??p+?????J*)
‎ (Plural)
1Ch 16,31
יִשְׂמְחוּ הַשָּׁמַיִם וְתָגֵל הָאָרֶץ וְיֹאמְרוּ בַגּוֹיִם יְהוָה מָלָךְ׃
Es freuen [sich] die Himmel, und es frohlocke die Erde! Und sie sollen sprechen unter den Nationen: Jehova regiert!
Imperativ (Befehlsform zur zweiten Person, jedoch ohne Präfix Taw.) ÅÁ@vÌvÌsÁ
(*@v?v?s*)
‎(Singular)
Gen 6,14
עֲשֵׂה לְךָ תֵּבַת עֲצֵי־גֹפֶר קִנִּים תַּעֲשֶׂה אֶת־הַתֵּבָה וְכָפַרְתָּ אֹתָהּ מִבַּיִת וּמִחוּץ בַּכֹּפֶר׃
Mache dir eine Arche von Gopherholz; mit Kammern sollst du die Arche machen und sie von innen und von außen mit Erdharz überziehen.
ÅÁ@vÌvÌpÁ
(*@v?v?p*)
(Plural)
Gen 1,22
וַיְבָרֶךְ אֹתָם אֱלֹהִים לֵאמֹר פְּרוּ וּרְבוּ וּמִלְאוּ אֶת־הַמַּיִם בַּיַּמִּים וְהָעוֹף יִרֶב בָּאָרֶץ׃
Und Gott segnete sie [und sagte]: „Seid fruchtbar und vermehrt euch und füllt die Wasser in den Meeren und die Vögel vermehren sich auf der Erde!“
Adhortativ (Befehl an mich oder eigene Gruppe: Bsp. ich (Alef) will, wir (Nun) wollen. Als Suffix mit Heh) ÅÁ@vÌiÌÌsÁ
(*@v?i??s*)
(Singular)
Gen 2,18
וַיֹּאמֶר יְהוָה אֱלֹהִים לֹא־טוֹב הֱיוֹת הָאָדָם לְבַדּוֹ אֶעֱשֶׂהּ־לּוֹ עֵזֶר כְּנֶגְדּוֹ׃
Und Jehova Gott sprach: Es ist nicht gut, daß der Mensch allein sei; ich will ihm eine Hilfe machen, seines Gleichen.
ÅÁ@vÌiÌÌpÁ
(*@v?i??p*)
‎(Plural)
Gen 1,26
וַיֹּאמֶר אֱלֹהִים נַעֲשֶׂה אָדָם בְּצַלְמֵנוּ כִּדְמוּתֵנוּ וְיִרְדּוּ בִדְגַת הַיָּם וּבְעוֹף הַשָּׁמַיִם וּבַבְּהֵמָה וּבְכָל־הָאָרֶץ וּבְכָל־הָרֶמֶשׂ הָרֹמֵשׂ עַל־הָאָרֶץ׃
Und Gott sagte: „Machen wir Menschen in unserem Bilde, nach unserem Gleichnis, und sie sollen herrschen über die Fische des Meeres und über das Gevögel der Himmel und über das Vieh und über die ganze Erde und über alles sich Regende, das sich auf der Erde regt!“
Prohibitiv (Imperfekt mit Verneinung mit אַל punktuell/spezifisch) Phrasensuche
¾Á@vÌiÁ la
('*@v?i* אל)
Gen 15,1
אַחַר הַדְּבָרִים הָאֵלֶּה הָיָה דְבַר־יְהוָה אֶל־אַבְרָם בַּמַּחֲזֶה לֵאמֹר אַל־תִּירָא אַבְרָם אָנֹכִי מָגֵן לָךְ שְׂכָרְךָ הַרְבֵּה מְאֹד׃
Nach diesen Dingen geschah das Wort Jehovas zu Abram in einem Gesicht also: Fürchte dich nicht, Abram; ich bin dir ein Schild, dein sehr großer Lohn.
Prohibitiv (Imperfekt mit Verneinung mit לֹא durativ/allgemein.) Phrasensuche
¾Á@vÌiÁ al
('*@v?i* לא)
Gen 2,17
וּמֵעֵץ הַדַּעַת טוֹב וָרָע לֹא תֹאכַל מִמֶּנּוּ כִּי בְּיוֹם אֲכָלְךָ מִמֶּנּוּ מוֹת תָּמוּת׃
aber von dem Baum des Erkennens von Gut und Böse, von dem sollst du nicht essen, denn an dem Tage, an dem du davon isst, wirst du gewisslich sterben.“
YIQTOL
(immer mit Präfix Alef, Taw, Yod oder Nun)
Oft ist es so, dass nur eine Kategorie davon Verwendung findet und somit die anderen ausgeschlossen sind. Z. B. wenn die Kategorie gnomisch ist, dann ist der Bezug in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft (1+1=2 ist in jeder Zeit richtig). Es gibt aber auch Überschneidungen von gewissen Kategorien.
  • Zukunft
  • Iterativ/Durativ
  • Modalität (können, sollen, müssen, wollen, dürfen, mögen etc.)
  • Allgemeingültigkeit (gnomisch)
  • Irrealis der Gegenwart
  • Bei Fragen wird eine Antwort in der Gegenwart erwartet (Gegenwartsbezug bei Fragen).
ÅÁ@vÌiÁ
(*@v?i*)
(Imperative nicht beachten)
Gen 3,2
וַתֹּאמֶר הָאִשָּׁה אֶל־הַנָּחָשׁ מִפְּרִי עֵץ־הַגָּן נֹאכֵל׃
Und das Weib sprach zu der Schlange: Von der Frucht der Bäume des Gartens essen wir;
WEQATAL
(immer mit Waw am Anfang)
ÅÁ@vÌpÁ
(*@v?q*)
Gen 3,5
כִּי יֹדֵעַ אֱלֹהִים כִּי בְּיוֹם אֲכָלְכֶם מִמֶּנּוּ וְנִפְקְחוּ עֵינֵיכֶם וִהְיִיתֶם כֵּאלֹהִים יֹדְעֵי טוֹב וָרָע׃
Sondern Gott weiß, dass, welches Tages ihr davon esset, werden sowohl eure Augen aufgetan als auch ihr wie Gott sein werdet, erkennend Gutes und Böses.
(Anm. Da das Waw auch die Funktion einer Konjunktion „und“ hat, kann hier, weil zwei WEQATAL vorhanden sind, mit einem Korrelat "sowohl als auch" übersetzt werden.)
QATAL Oft ist es so, dass nur eine Kategorie davon Verwendung findet und somit die anderen ausgeschlossen sind. Z. B. wenn die Kategorie gnomisch ist, dann ist der Bezug in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft (1+1=2 ist in jeder Zeit richtig). Es gibt aber auch Überschneidungen von gewissen Kategorien.
  • Vergangenheit (Perfekt)
  • Vorvergangenheit (Plusquamperfekt)
  • Punktuell
  • Resultativ (wird auch als Präsens übersetzt)
  • ‘Prophetisches Perfekt’ bzw. Futur II Vgl. Jes 53,32
  • Allgemeingültigkeit (gnomisch)
  • Irrealis der Vergangenheit
  • Bei Fragen wird eine Antwort in der Vergangenheit erwartet (Vergangenheitsbezug bei Fragen Vgl. Gen 3,11-13).
ÅÁ@vÌpÁ
(*@v?q*)
Gen 3,3
וּמִפְּרִי הָעֵץ אֲשֶׁר בְּתוֹךְ־הַגָּן אָמַר אֱלֹהִים לֹא תֹאכְלוּ מִמֶּנּוּ וְלֹא תִגְּעוּ בּוֹ פֶּן־תְּמֻתוּן׃
aber von der Frucht des Baumes, der in der Mitte des Gartens ist, hat Gott gesagt, davon sollt ihr nicht essen und sie nicht anrühren, auf dass ihr nicht sterbet.

Jes 53,4
אָכֵן חֳלָיֵנוּ הוּא נָשָׂא וּמַכְאֹבֵינוּ סְבָלָם וַאֲנַחְנוּ חֲשַׁבְנֻהוּ נָגוּעַ מֻכֵּה אֱלֹהִים וּמְעֻנֶּה׃
Fürwahr, er hat unsere Leiden getragen, und unsere Schmerzen hat er auf sich geladen. Und wir, wir hielten ihn für bestraft, von Gott geschlagen und niedergebeugt;
WAYYQTOL
(immer mit Waw am Anfang, gefolgt von einem Präformativ als א, י, נ oder ת)
ÅÁ@vÌwÁ
(*@v?w*)
Gen 3,2
וַתֹּאמֶר הָאִשָּׁה אֶל־הַנָּחָשׁ מִפְּרִי עֵץ־הַגָּן נֹאכֵל׃
Und das Weib sprach zu der Schlange: Von der Frucht der Bäume des Gartens essen wir;

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Tabellennote 1

Jesaja schrieb prophetisch auf und benutzt diese Funktion, um die Sicherheit des Eintreffens auszudrücken. In den Beispielen wird uns verdeutlicht, dass der Mensch ungehorsam war und der Tod und die Sünde in die Welt kam. Alle Menschen verdienen den Tod. In Jesaja erfahren wird die Lösung für diese Schuld. Der Herr Jesus ließ sich an unserer Statt schlagen, schmähen und ans Fluchholz nageln. Wer das Erlösungswerk glaubt und umkehrt ist dadurch für die Ewigkeit errettet. Das was für Jesaja noch zukünftig war, ist für uns heute erfüllt und Vergangenheit. Was für Jesaja sicher war, ist für uns noch sicherer.
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Das infinite Verb

Prtizip und Infinitiv

Bezeichnung des VerbsMorphologie in BW für Bsp.1FunktionBeispiel
QOTEL (Partizip)Phrasensuche
¾Á@vÌPÁ Á@PaÁ
('*@v?P* *@Pa*)
Substantivisch Gen 7,16
וְהַבָּאִים זָכָר וּנְקֵבָה מִכָּל־בָּשָׂר בָּאוּ כַּאֲשֶׁר צִוָּה אֹתוֹ אֱלֹהִים וַיִּסְגֹּר יְהוָה בַּעֲדוֹ׃
Und die Hineingehenden [waren] ein Männliches und ein Weibliches von allem Fleische, wie Gott ihm geboten hatte. Und Jehova schloss hinter ihm zu.
ÅÁ@vÌPÁ
(*@v?P*)
Adjektivisch Gen 1,11
וַיֹּאמֶר אֱלֹהִים תַּדְשֵׁא הָאָרֶץ דֶּשֶׁא עֵשֶׂב מַזְרִיעַ זֶרַע עֵץ פְּרִי עֹשֶׂה פְּרִי לְמִינוֹ אֲשֶׁר זַרְעוֹ־בוֹ עַל־הָאָרֶץ וַיְהִי־כֵן׃
Und Gott sprach: Die Erde lasse Gras hervorsprossen, Samen hervorspringendes Kraut, Fruchtbäume Furcht tragend, nach ihrer Art, in welcher ihr Same sei auf der Erde! Und es ward also.
Prädikativisch als unmittelbar bevorstehende Ereignisse (Futurum instans) Gen 6,13
וַיֹּאמֶר אֱלֹהִים לְנֹחַ קֵץ כָּל־בָּשָׂר בָּא לְפָנַי כִּי־מָלְאָה הָאָרֶץ חָמָס מִפְּנֵיהֶם וְהִנְנִי מַשְׁחִיתָם אֶת־הָאָרֶץ׃
Und Gott sprach zu Noah: Das Ende alles Fleisches ist vor mich gekommen; denn die Erde ist voll Gewalttat durch sie; und siehe, ich will sie verderben mit der Erde.
Ein Zukünftiges und unwiderrufliches Ereignis, das unmittelbar bevorsteht.
Phrasensuche
¾Á@vÌPÁ Á@ÎnpÐÁ
('*@v?P* *@[np]*)
Prädikativisch/Fientisch (zeitgleich) Gen. 1,2
וְהָאָרֶץ הָיְתָה תֹהוּ וָבֹהוּ וְחֹשֶׁךְ עַל־פְּנֵי תְהוֹם וְרוּחַ אֱלֹהִים מְרַחֶפֶת עַל־פְּנֵי הַמָּיִם׃
Und die Erde war wüst und leer, und Finsternis war über der Tiefe; und der Geist Gottes [war] schwebend über den Wassern.
Zusammen mit dem vorherigem Satz zeigt QOTEL (schwebend) die Gleichzeitig in Vergangenheit an. Dieser Vorgang ist durativ.
Prädikativisch/Statisch Gen 14,12
וַיִּקְחוּ אֶת־לוֹט וְאֶת־רְכֻשׁוֹ בֶּן־אֲחִי אַבְרָם וַיֵּלֵכוּ וְהוּא יֹשֵׁב בִּסְדֹם׃
Und sie nahmen Lot, Abrams Bruders Sohn, und seine Habe und zogen davon; denn er [war] in Sodom wohnend.
Lots Wohnsitz war dauerhaft in Sodom
Phrasensuche
¾Á@vÌPÁ hyh@vÁ
('*@v?P* היה@v*)
Prädikativisch als periphrastische Konjugation (Durativ) (ist das Hilfsverb ‎היה «sein» notwendig) Gen 1,6
וַיֹּאמֶר אֱלֹהִים יְהִי רָקִיעַ בְּתוֹךְ הַמָּיִם וִיהִי מַבְדִּיל בֵּין מַיִם לָמָיִם׃
Und Gott sprach: Es werde eine Ausdehnung inmitten der Wasser, und sie soll trennend sein die Wasser von den Wassern!
Zusammen mit dem Hilfsverb «sein» ist «trennend» Durativ und umschreibend (periphrastisch).
QATUL (Partizip II als Passiv)¾Á@vÌsÁ Á@PaÁSubstantivisch Dan 10,2
‎אֲבָל אַגִּיד לְךָ אֶת־הָרָשׁוּם בִּכְתָב אֱמֶת וְאֵין אֶחָד מִתְחַזֵּק עִמִּי עַל־אֵלֶּה כִּי אִם־מִיכָאֵל שַׂרְכֶם׃
Doch will ich dir das im Buche der Wahrheit Aufgezeichnete kundtun. Und es ist kein einziger, der mir wider jene mutg beisteht, als nur Michael, euer Fürst.
¾Á@ÎnpÐÁ Á@vÌsÁ
oder
Á@vÌsÁ ¾Á@ÎnpÐÁ
Adjektivisch Hosea 3,1
‎וַיֹּאמֶר יְהוָה אֵלַי עוֹד לֵךְ אֱהַב־אִשָּׁה אֲהֻבַת רֵעַ וּמְנָאָפֶת כְּאַהֲבַת יְהוָה אֶת־בְּנֵי יִשְׂרָאֵל וְהֵם פֹּנִים אֶל־אֱלֹהִים אֲחֵרִים וְאֹהֲבֵי אֲשִׁישֵׁי עֲנָבִים׃
Und Jehova sprach zu mir: Geh wiederum hin, liebe eine vom Freunde geliebte Frau und Ehebruch treibt: wie Jehova die Kinder Israel liebt, welche sich aber zu anderen Göttern hinwenden und Traubenkuchen lieben.
Prädikativisch/Statisch Ps 135,21
בָּרוּךְ יְהוָה מִצִּיּוֹן שֹׁכֵן יְרוּשָׁלִָם הַלְלוּ־יָהּ׃
Gepriesen sei Jehova von Zion aus, der zu Jerusalem wohnt! Lobet Jehova!
QETOL (Infinitivus constructus) ÅÁ@vÌcÁ
(*@v?c*) oder mit Pronomen ÅÁ@vÌc+ÌÎ123-ÐÁ
(*@v?c+?[123-]*) (Optional können Präpositionen in der Phrasensuche vorkommen z. B. ¾Á@vÌcÁ b (*@v?c* ב))
Substantivischer oder prädikativischer Gebrauch wie der Deutsche Infinitiv
(Der Constructus kann mit anderen Einheiten wie Präpositionen konsekutive (Lamed), kausale (Kaph), temporale (Bet), lokale (Mem mit Nun) etc. oder Pronomen verbaut werden.)
Exo 32,29
וַיֹּאמֶר מֹשֶׁה מִלְאוּ יֶדְכֶם הַיּוֹם לַיהוָה כִּי אִישׁ בִּבְנוֹ וּבְאָחִיו וְלָתֵת עֲלֵיכֶם הַיּוֹם בְּרָכָה׃
Und Mose sprach: Weihet euch heute dem Jehova, ja, ein jeder in seinem Sohne und in seinem Bruder, um heute Segen auf euch zu geben.
Wörtlich: „für das Geben“.

Gen 2,4
אֵלֶּה תוֹלְדוֹת הַשָּׁמַיִם וְהָאָרֶץ בְּהִבָּרְאָם בְּיוֹם עֲשׂוֹת יְהוָה אֱלֹהִים אֶרֶץ וְשָׁמָיִם׃
Dies ist die Geschichte des Himmels und der Erde, als sie geschaffen wurden, an dem Tage, da Jehova Gott Erde und Himmel machte,
Wörtlich: „bei ihrem erschaffen werden“.
QATOL (Infinitivus absolutus)ÅÁ@vÌaÁ
(*@v?a*)
Adverbiale Gebrauch zur Intensivierung
(Der Absolutus kann nicht mit anderen Einheiten verbaut werden.)
Gen 12,9
וַיִּסַּע אַבְרָם הָלוֹךְ וְנָסוֹעַ הַנֶּגְבָּה׃
Und Abram brach auf, gehend und aufbrechend, in Richtung Südland.
Die Etymologiefigur intensiviert das Prädikat „aufbrechen“, im Sinne eins unverzüglichen und schnellen Aufbrechens.

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Die Morphologie des Hebräischen Verbs

Die Morphologie ist die Zusammensetzung eines Wortes. Anhand dieser Zusammensetzung kann erschlossen werden, um welche Art es sich beim Wort handelt. Die Wurzel besteht normalerweise im Hebräischen aus drei Konsonanten (Triliterale), die Ausnahme sind hohle Wurzeln, die aus zwei Konsonanten bestehen, z. B. ‎בּוֹא. Dabei ist im Beispiel der mittlere Buchstabe ein Holem Waw, das heißt, dass dieser eine Mater Lectionis aufweist, und damit den Vokal „o“ definiert.
An der Verb-Morphologie kann erkannt werden, um welche Wurzel es sich handelt. Zusätzlich zu der Wurzel kommen noch andere Vokale oder Konsonanten dazu, die dann den Verbstamm bilden. Was im Griechischen der Stamm ist, ist die Wurzel (Schoresch) im Hebräischen. Die normale Form im hebräischen Verb ist Qal und bei dieser Form ist die Wurzel der Stamm und wird in den Lexikoneinträgen angewandt.
Alle Stämme flektieren (beugen) nach Person und Numerus und kommen im Perfekt und Imperfekt vor.

Überblick zu den Verbstämmen

Die Bezeichnungen der Verbstämme werden abgleitet durch das Wort «tun» (pa’al), jedoch ist Normalstamm vom Wort «leicht» (qal) abgeleitet.

BezeichnungStammbeispielStammanpassungStammbsp. 3. Person Maskulin PerfektMorphologie in BW WTM für Bsp.1Beschreibung
QalHes 36,22
לָכֵן אֱמֹר לְבֵית־יִשְׂרָאֵל כֹּה אָמַר אֲדֹנָי יְהוִה לֹא לְמַעַנְכֶם אֲנִי עֹשֶׂה בֵּית יִשְׂרָאֵל כִּי אִם־לְשֵׁם־קָדְשִׁי אֲשֶׁר חִלַּלְתֶּם בַּגּוֹיִם אֲשֶׁר־בָּאתֶם שָׁם׃

Darum sprich zum Hause Israel: So spricht der Herr, Jehova: Nicht um euretwillen tue ich es, Haus Israel, sondern um meines heiligen Namens willen, den ihr entweiht habt unter den Nationen, wohin ihr gekommen seid.

Israel wird wiederhergestellt, und das Haupt aller Nationen sein. Aus wessen Grund zeigt uns diese Stelle, denn es geht immer um den Herrn Jesum.
ohneאָמַר /sprichtÅÁ@vqp3msÁ
(.*@vqp3ms*)
Normalstamm
NifalHos 8,8
נִבְלַע יִשְׂרָאֵל עַתָּה הָיוּ בַגּוֹיִם כִּכְלִי אֵין־חֵפֶץ בּוֹ׃

Israel ist verschlungen; nun sind sie unter den Nationen wie ein Gefäß geworden, an welchem man kein Gefallen hat.

Heute ist Israel noch auf der ganzen Erde zerstreut (verschlungen), doch wird Gott sie zurücklocken (vgl. Hos 2,14).
Nun mit Chireqנִבְלַע /verschlungenÅÁ@vnp3msÁ
(.*@vnp3ms*)
Medium und Passiv
PielMicha 4,4
וְיָשְׁבוּ אִישׁ תַּחַת גַּפְנוֹ וְתַחַת תְּאֵנָתוֹ וְאֵין מַחֲרִיד כִּי־פִי יְהוָה צְבָאוֹת דִּבֵּר׃

Und sie werden sitzen, ein jeder unter seinem Weinstock und unter seinem Feigenbaum, und niemand wird sie aufschrecken. Denn der Mund Jehovas der Heerscharen hat geredet.

Wenn Gott Israel wiederhergestellt hat, dann wird Freude (Weinstock) und Gerchtigkeit (Feigenbaum) sein. Vgl. dazu auch Jes 65,21-22.
Vokal (der mittlere Buchstabe wird immer verdoppelt, jedoch nicht bei den Gutturallauten העא‎ח und ר)דִּבֵּר/redenÅÁ@vpp3msÁ
(.*@vpp3ms*)
Faktitiv, aktiv, deklarativ
PualJes 65,1
נִדְרַשְׁתִּי לְלוֹא שָׁאָלוּ נִמְצֵאתִי לְלֹא בִקְשֻׁנִי אָמַרְתִּי הִנֵּנִי הִנֵּנִי אֶל־גּוֹי לֹא־קֹרָא בִשְׁמִי׃

Ich bin gesucht worden von denen, die nicht nach mir fragten; ich bin gefunden worden von denen, die mich nicht suchten. Ich sprach: Hier bin, ich, hier bin ich! Zu einer Nation, die nicht mit meinem Namen genannt war.

Der Herr Jesus ist gekommen, doch die Seinen nahmen IHN nicht an, wer aber den Herrn Jesum annimmt, die dürfen sich Kinder Gottes nennen. Vgl. Joh 1,10-14.
Vokal (der mittlere Buchstabe wird immer verdoppelt, jedoch nicht bei den Gutturallauten העא‎ח und ר)קֹרָא /nennen/anrufenÅÁ@vup3msÁ
(.*@vup3ms*)
Faktitiv, passiv
HitpaelPs 93,1
יְהוָה מָלָךְ גֵּאוּת לָבֵשׁ לָבֵשׁ יְהוָה עֹז הִתְאַזָּר אַף־תִּכּוֹן תֵּבֵל בַּל־תִּמּוֹט׃

Jehova regiert, er hat sich bekleidet mit Hoheit; Jehova hat sich bekleidet, er hat sich umgürtet mit Stärke; auch steht der Erdkreis fest, er wird nicht wanken.

Dem Herrn Jesu ist der ewige Thron, ER ist größer als alle Feinde, ER wird als letzter auf dieser Erde stehen (vgl. Hiob 19,25). Vgl. dazu auch Kol 1,20.
Hit = Heh mit Chireq und Taw mit Schwa (der mittlere Buchstabe wird immer verdoppelt, jedoch nicht bei den Gutturallauten העא‎ח und ר)הִתְאַזָּר /sich gürtenÅÁ@vtp3msÁ
(.*@vtp3ms*)
Reflexiv

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