Ich möchte hier auf einen wichtigen Buchstaben im Alph-Bet eingehen, der manchmal stimmlos, manchmal als Hauch ausgesprochen wird. Es ist ה, der Konsonant mit dem Zahlenwert fünf. Wird der Buchstabe ה dazugefügt und dann jeweils um eine Stelle nach links verschoben, ergeben sich drei neue Wörter.
אב Vater:
האב der Vater (ה als Artikel)
אהב lieben
אבה wollen
Wir sehen also bereits hier, dass ה ein ganz wichtiger Buchstabe ist. Nicht nur in dieser Wortgruppe, sondern auch in Abram אַבְרָם, Abraham אַבְרָהָם (Gen 17,5) oder Sarai שָׂרַי, Sarah שָׂרָה (Gen 17,15).
Ein anderes spannendes Wort ist רוּחַ (ruach), was "Hauch" bedeutet. Dabei ist das Vokalzeichen Patach unter ח leicht nach vorne verschoben. Man nennt es Patach furtivum. Es zeigt an, dass der Vokal /a/ vor dem Kehllaut gesprochen wird (ru‑ach), obwohl er unter dem Konsonanten steht.
Es ist damit wie der Hauch, den Elia hörte und sein Angesicht verhüllte (1 Kö 19,12f) oder der Hauch, als Gott Adam das Leben einhauchte (Gen 2,17), oder der Herr Jesus, als er die Jünger anhauchte, um Heiligen Geist zu geben (Joh 20,22), damit auch sie ewiges Leben weitergeben konnten – wie auch wir heute.
Patach-Fortivum, der heimlich hinzukommenden Hauchens. So wie der Geist Gottes
nicht greifbar, nicht sichtbar, aber real und wirksam ist. Wen wundert es, dass auch der Name,
der dem Bundesvolk, das sich Jahwe bildete (Jes 43,21), offenbart wurde: JHWH יהוה trägt gleich
zwei dieser Buchstaben.
Eine ganze Wortgruppe, die heute nicht mehr ausgesprochen wird! Die Stille, die diesen Namen
umgibt – die Tatsache, dass die Juden aus Furcht Gottes Namen aufhörten laut auszusprechen und
stattdessen beim Vorlesen der Schrift das Tetragrammaton JHWH durch das Wort „Adonai“ (Herr)
ersetzten – macht das ה noch bedeutsamer.
Der Hauch bleibt ungesprochen, doch präsent. Der Name Jahweh bezieht sich auf Gottes Selbstexistenz. Jahweh ist mit der Art verbunden, wie sich Gott selbst in Exodus 3,14 beschrieb: „Ich bin, der ich bin.“
Das doppelte ה trägt diese Wahrheit in sich: Gott ist der Hauch, der alles belebt, der unsichtbare Atem, der sich dem Zugriff entzieht und doch in jedem Moment gegenwärtig wirkt. Es kommt die Zeit, da wird „der ich bin“, der Ewige, seinen Namen wieder hören.
Am Wortende kann ה auch richtungsweisend (lokativ), verhaltensweisend (direktiv) oder situationsweisend (situativ) sein. In solchen Fällen ist es nie stimmhaft und darf nicht mit der Feminin-Endung verwechselt werden.
Beispiele:
אָרְצָה („zum Boden“)
הָהָרָה („zum Berg“)
מִצְרַיִמָה („nach Ägypten“)
בָּבֶלָה („nach Babylon“)
כַּשְׂדִּימָה (Richtung Chaldäa)
קָדִימָה (ostwärts)
יָמִימָה (von Jahr zu Jahr)
Die Bibelsoftware Logos findet mit dieser Endung ( He-locale) über 1093 Treffer, die jedoch noch feiner unterschieden werden müssen – je nach Kontext.
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