Bibelbetrachtungen/Heb. in 53 Tagen/19. Tag Genesis 16,1-3

Hebräisch in 53 Tagen

Inhalt

Tag 19 von 53 Tagen, vom 20. Aug bis 1. Okt 2022, Genesis 16,1-3

die Metamorphose

Die Kinderlosigkeit zur Zeit Abrahams
Abraham אַבְרָהָם lebte ca. 2000 Jahre nach der Erschaffung der Erde oder von unserer Zeit aus betrachtet vor ca. 4100 Jahren. Die Menschen aus dieser Zeit wurden noch weit über 100 Jahre alt und so wurde Abraham 175- und Sahraj 127-jährig (vgl. 1Mo 23,1; 25,7). Sahraj שָׂרַי war nicht die einzige Frau, die keine Kinder erhielt und nicht immer war es, dass Gott den Mutterleib verschloss. Da war Tamar תָּמָר, die Schwiegertochter Judas יְהוּדָה, die ihren Mann verlor, ehe sie von ihm schwanger wurde. Der Bruder ihres verstorbenen Mannes sollte die Schwagerpflicht erfüllen. Doch es wäre nicht sein Nachkommen gewesen, sondern der seines Bruders und so hat er seine Schwagerpflicht nicht erfüllt. Noch heute findet sich jedoch Tamars Namen im Buch des Geschlechtes Jesus (vgl. Gen 38 und Mat 1,3). Aber auch Ruth finden wir dort erwähnt. Bei Ruth רוּת war es so, dass sie auch kinderlos war, vergleichbar wie bei Tamar. Doch im Gegensatz zu Tamar war Ruth eine Moabitin. Doch Noomi נָעֳמִי, ihre Schwiegermutter, wusste um die Leviratsehe. So kam es, dass zwei Blutsverwandte infrage kamen. Doch der nächste Blutsverwandte wollte sein Erbteil nicht verderben und so löste Boas בֹּעַז, das war der Urgroßvater vom König מֶלֶךְ David דָּוִד (vgl. Ruth 4,4 und Mat 1,5). Zeitlich naheliegend war auch Hanna חַנָּה, die Mutter von Samuel שְׁמוּאֵל, welcher es wie Sahraj erging (vgl. 1Sam 1,5). Sie aber bat Gott um einen Sohn und als sie ihn erhielt, gab sie ihn Gott zurück (vgl. 1Sam 1,27f).
Weiter sind Rahel רָחֵל, die Mutter von Joseph יֹוסֵף und Benjamin בִּנְיָמִין, und Elisabeth, die Mutter von Johannes dem Täufer. Diese Frauen haben eine Gemeinsamkeit, dass wir durch sie die Fügungen und Ratschlüsse Gottes auf unterschiedliche Weisen erkennen können. Wir sehen bei diesen Frauen den Kinderwunsch, aber auch den Wunsch, das Geschlecht fortzuführen. Ein Gedanke, wie ihn Adam אָדָם mit dem Namen Eva ausdrückte - Eva חַוָּה bedeutet Mutter aller Lebendigen (vgl. Gen 3,20) -.

Es ist ein hohes Privileg, das der Schöpfer allen Lebens dem Menschen gab, nämlich Leben zu zeugen, das ab diesem Zeitpunkt ewig besteht. Zwar legt der Mensch seine Hülle einmal ab, indem er stirbt und wieder zu Staub wird - das ist wegen der Sünde Adams und Evas (lies dazu Gen 2+3) -, aber seine Seele ist eine ewige. Das wusste bereits Hiob, wenn er sagt: "Ich weiß, dass mein Erlöser lebt" (vgl. Hiob 19,25), oder David: "Mein Fels und mein Erlöser" (vgl. Ps 19,14).
Die Saduzzäer glaubten nicht an die Auferstehung nach dem Tod, doch der Herr Jesus belehrte sie aus seinem Wort, das ihnen schriftlich vorlag, welches sie zwar studierten, aber nicht kannten. Gott selbst stellte sich nämlich Mose im Dornbusch als der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs vor. Zu dieser Zeit, als Mose es hörte, waren diese drei schon lange gestorben. Unser Gott ist aber nicht ein Gott der Toten, sondern der Lebendigen (vgl. Mat 22,23-33). Wie konnte er sagen, wenn sie nicht mehr leben würden, dass er ihr Gott sei?

Es ist eine Sache, dass der Mensch Leben zeugen kann, das eine lebendige Seele hat, und eine andere, dass der Mensch an den Erlöser glaubt und von seinen eigenen Irrwegen umkehrt und Gott nachfolgen muss. Wir, die wir heute die ganze Schrift in unserer Muttersprache haben, sind einer sehr hohen Verantwortung ausgesetzt. So können wir nachlesen, dass Gott seinen Sohn sandte, um ihn wegen unserer Schuld und Sünde opferte. Doch wir lesen auch, dass der Herr Jesus aus den Toten auferstanden ist. So kam durch einen Mensch der Tod in die Welt und durch einen die Auferstehung (vgl. dazu 1Kor 15). Dieser ist der Fels und Erlöser, von dem Hiob und David und die Vielen vor uns sprachen (vgl. Heb 11). Dieser Fels ließ sich einmal von den Menschen schlagen, wenn er zum zweiten Mal kommt, lässt er sich nicht mehr schlagen, so wie auch Mose nur beim ersten Mal den Felsen schlagen sollte, um das lebendige Wasser für die durstigen Menschen hervorzubringen, beim zweiten Mal sollte er darum bitten. So wird auch Israels Überrest während der Drangsal Jakobs täglich sagen: "Dein Reich komme." (vgl. Mat 6,9).
Wir, die wir heute dem Herrn Jesu glauben und ihm nachfolgen, warten darauf, dass er seine Versammlung zu sich holt (vgl. 1Kor 15,51).

1Pet 1,3-4 Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus, der nach seiner großen Barmherzigkeit uns wiedergezeugt hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi aus den Toten, zu einem unverweslichen und unbefleckten und unverwelklichen Erbteil, welches in den Himmeln aufbewahrt ist für euch.

Hebräischer Text vokalisiert

Der Text basiert auf der Biblia Hebraica Stuttgartensia

Gen 16,1-3
1 וְשָׂרַי אֵשֶׁת אַבְרָם לֹא יָלְדָה לֹו וְלָהּ שִׁפְחָה מִצְרִית וּשְׁמָהּ הָגָר׃
2 וַתֹּאמֶר שָׂרַי אֶל אַבְרָם הִנֵּה נָא עֲצָרַנִי יְהוָה מִלֶּדֶת בֹּא נָא אֶל שִׁפְחָתִי אוּלַי אִבָּנֶה מִמֵּנָּה וַיִּשְׁמַע אַבְרָם לְקֹול שָׂרָי׃
3 וַתִּקַּח שָׂרַי אֵשֶׁת אַבְרָם אֶת הָגָר הַמִּצְרִית שִׁפְחָתָהּ מִקֵּץ עֶשֶׂר שָׁנִים לְשֶׁבֶת אַבְרָם בְּאֶרֶץ כְּנָעַן וַתִּתֵּן אֹתָהּ לְאַבְרָם אִישָׁהּ לֹו לְאִשָּׁה׃

Hebräische Tonaufnahme

1
2
3

Mögliche Übersetzung

1 Und Saraj, die Frau Abrams, konnte für ihn nicht gebären. Aber mit ihr war eine Magd aus Ägypten und ihr Name war Hager.
2 Da sprach Saraj zum Abram: "Siehe doch, verschlossen hat Jahwe meinen Mutterschoß. Gehe doch zu meiner Magd ein! Vielleicht werde ich durch sie erbaut*." Und Abram hörte auf die Stimme Sarajs.
3 Da nahm Saraj, Abrams Frau, Hagar, die Ägypterin, ihre Magd, am Ende von zehn Jahren Sesshaftigkeit Abrams im Lande Kanaan, und gab sie Abram, ihrem Manne, ihm zur Frau.
* Übertragen: Durch sie Kinder erhalten.

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