Bibelbetrachtungen/Heb. in 53 Tagen/42. Tag Psalm 66,13-20

Hebräisch in 53 Tagen

Olivenzweige

Tag 42b von 53 Tagen, vom 04. Okt. bis 7. Nov. 2025, Ps 66,13-20

Ein neues Herz

Jeremia 4,1-2
Wenn du umkehrst, Israel, spricht Jehova, zu mir umkehrst, und wenn du deine Scheusale von meinem Angesicht hinwegtust, und nicht mehr umherschweifst, sondern schwörst:
So wahr Jehova lebt! in Wahrheit, in Recht und in Gerechtigkeit, so werden die Nationen sich in ihm segnen und sich seiner rühmen.

Hesekiel 36,26
Und ich werde euch ein neues Herz geben und einen neuen Geist in euer Inneres geben; und ich werde das steinerne Herz aus eurem Fleische wegnehmen und euch ein fleischernes Herz geben.

Psalm 66,13–20 weist prophetisch auf ein kommendes Zeitalter hin. Israel ist umgekehrt, hat seine Schuld bekannt (vgl. Mt 27,25) und wird wiederhergestellt. Nun tritt es in die Stellung ein, ein „Königreich von Priestern und ein heiliges Volk“ zu sein (2Mo 19,6). So gibt es allen Nationen Zeugnis von dem, was Jahwe an ihm getan hat. Gemeinsam mit Israel wird schließlich die ganze Erde Gott anbeten und Ihm Loblieder singen.

Doch nicht nur das Volk als Ganzes, auch jeder Einzelne ist eingeladen, diesem Vorbild zu folgen. Wer sich zum Herrn Jesus bekehrt, wird in die Stellung eines Abgesonderten, eines Heiligen, versetzt. Jeder Mensch findet auf demselben Fundament wie die Körperschaft Israel Vergebung – auf dem Werk Jesu Christi.

Epheser 2 macht deutlich, dass Gott in Christus „die beiden zu einem neuen Menschen geschaffen“ hat: Juden und Heiden sind in einem Leib mit Gott versöhnt und haben gemeinsam Zugang zum Vater. So wird sichtbar, dass die Gnade Gottes nicht nur Israel wiederherstellt, sondern auch den Einzelnen trägt und verbindet.

Darum ruht sowohl die Hoffnung des Volkes als auch die Gewissheit des Einzelnen auf demselben Fundament: Christus allein. Wer dieses Fundament ergreift, erfährt Vergebung, Versöhnung und die Freude, Gott mit allen Erlösten zu loben.

Hebräischer Text vokalisiert

Psalm 66,13-20
13 אָב֣וֹא בֵיתְךָ֣ בְעוֹל֑וֹת אֲשַׁלֵּ֖ם לְךָ֣ נְדָרָֽי׃
14 אֲשֶׁר־פָּצ֥וּ שְׂפָתָ֑י וְדִבֶּר־פִּ֝֗י בַּצַּר־לִֽי׃
15 עֹ֘ל֤וֹת מֵחִ֣ים אַעֲלֶה־לָּ֭ךְ עִם־קְטֹ֣רֶת אֵילִ֑ים אֶ֥עֱשֶֽׂה בָקָ֖ר עִם־עַתּוּדִ֣ים סֶֽלָה׃
16 לְכֽוּ־שִׁמְע֣וּ וַ֭אֲסַפְּרָה כָּל־יִרְאֵ֣י אֱלֹהִ֑ים אֲשֶׁ֖ר עָשָׂ֣ה לְנַפְשִֽׁי׃
17 אֵלָ֥יו פִּֽי־קָרָ֑אתִי וְ֝רוֹמַ֗ם תַּ֣חַת לְשׁוֹנִֽי׃
18 אָ֭וֶן אִם־רָאִ֣יתִי בְלִבִּ֑י לֹ֖א יִשְׁמַ֣ע׀ אֲדֹנָֽי׃
19 אָ֭כֵן שָׁמַ֣ע אֱלֹהִ֑ים הִ֝קְשִׁ֗יב בְּק֣וֹל תְּפִלָּתִֽי׃
20 בָּר֥וּךְ אֱלֹהִ֑ים אֲשֶׁ֥ר לֹֽא־הֵסִ֘יר תְּפִלָּתִ֥י וְ֝חַסְדֹּ֗ו מֵאִתִּֽי׃

Hebräische Tonaufnahme

Tonaufnahme von Tilman Janzarik vorgelesen (http://janzarik.de):

Psalm 66,13-20

Mögliche Übersetzung

Psalm 66,13-20
13 Ich komme in dein Haus mit Brandopfern, ich löse dir mein Gelübde ein,1
14 welche meine Lippen ausgestoßen und mein Mund gesagt haben in meiner Not2.
15 Brandopfer von fettigem Mastvieh bringe ich dir hinauf, mit dem Opferrauch von Widdern; ich bringe Rinder mit Böcken. Säla.3.
16 Kommt, hört4, und ich will erzählen, alle die ihr Gott fürchtet5, was er meiner Seele getan hat.
17 Zu ihm hat mein Mund gerufen und Lob6 war unter meiner Zunge7.
18 Wenn ich es auf Böses abgesehen hätte in meinem Herzen, so würde der Herr nicht gehört haben.
19 Gewiss hat Gott mich erhört, er hat hergehört auf die Stimme meines Gebets.8
20 Gepriesen sei Gott, der nicht abgewendet hat mein Gebet und seine Güte mit mir.

Fußnoten

1 Vgl. Richter 11,35
2 בַּצַּר־לִֽי ist auch in 2 Samuel 22,7 oder Psalm 18,7 zu finden. Die Konstruktion mit ל kann den Genitiv ersetzen. In der Regel tritt dieser Fall ein, wenn verhindert werden soll, dass das zweite Nomen (nomen rectum) in der Verbindung das erste Nomen (nomen regens) bestimmt (determiniert). Damit wird eine allgemeine persönliche Notlage zum Ausdruck gebracht.
Die Tochter bleibt im folgenden Beispiel unbestimmt.
מַּת לֵדָוִד = eine Tochter Davids Da diese Konstruktion aus Psalm 66 nicht auf diese Weise funktioniert und nicht alltäglich ist, muss von einer poetischen Verwendung ausgegangen werden.
.
3 Säla ist ein terminus technicus des Psalmschreibers und muss mit der musikalischen Darbietung zu tun haben. Vielleicht wie ein "da capo", bei dem das Stück noch einmal ab dem Anfang gespielt werden soll?
4 לְכֽוּ־שִׁמְע֣וּ ist eine Makkeph-Verbindung imperativ maskulin plural. Die Wurzel von לְכֽוּ lautet ה-ל-ך also "wandeln, gehen/kommen". Der Gottesfürchtige soll kommen und hören, was Gott bewirkt hat.
5 יִרְאֵי ist die konstruktive Pluralform des Partizips יָרֵא qal "die Gottesfürchtigen/ Die Ehrfürchtigen". Weitere Formen sind יְרֵאִים Pl. abs., יָרֵא m. s. und Kombinationen wie יָרֵא אֱלֹהִים s.: "ein Gottesfürchtiger" oder יִרְאֵי יְהוָה const. pl.: "die Gottesfürchtigen Jahwes"
6 In רוֹמַם ist das zweite Radikal wiederholt, was auf einen Faktitiv- Intensiv-Stamm Form deutet. Offensichtlich eine nominal Form eines Infitivs, die damit die Bedeutung von "Lob, Ruhm" erhält.
7 Bereits beim Rufen zu Gott um Hilfe liegt das Lob unter der Zunge, bereit ausgesprochen zu werden.
8 Vers 18 muss mit Vers 19 verstanden werden. אָוֶן ("Sünde, Frevel, Unrecht, Böses") in Vers 18 gehört in den Satz, der durch אִם ("wenn ..., so ...") eingeleitet wird.

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